Gruppenfoto (Aufnahme: Harald Frank)Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Alois Karl startete am 1. Juni von Raitenbuch eine 37-köpfige Reisegruppe in die deutsche Metropole. Reiseleiterin war seine Mitarbeiterin Erika Urban. Der Bus hielt gegenüber dem Reichstag errichteten Berlin Pavillon an; von dort es weiter zu dem nahe gelegenen Jakob-Kaiser-Haus, in dessen haushohen Innenhof sie nach einer intensiven polizeilichen Personenüberprüfung von seinem Referenten Harald Frank begrüßt wurden.
 
In dem Besprechungsraum, der den besten Blick auf das Reichstagsgebäude bietet, begrüßte der Bundestagsabgeordnete Alois Karl seine Gäste und erzählte ihnen Episoden aus seinem abwechslungsreichen und verantwortungsvollen Abgeordnetendasein. "Heute am Donnerstag", so berichtete er, "waren auf der Tagesordnung des Bundestages mehrere namentliche Abstimmungen sowie einfache Abstimmungen  über neun Grundgesetzänderungen angestanden. Er sei im Haushaltsausschuss für den Haushalt des Außenministeriums zuständig. Weitere Ausschüsse, in den er tätig sei, seien der Euroausschuss und der Ausschuss für Kommunalpolitik, außerdem sei er Vorsitzender der deutsch-baltischen Parlamentariergruppe und werde am Wochenende mit litauischen Abgeordneten Neumarkt zeigen."
 
Nach dem gemeinsamen Gruppenfoto vor dem nahen Brandenburger Tor und Besichtigung des Pariser Platzes brachte der Bus die Teilnehmer in das Hotel Abacus gegenüber vom Zoologischen Garten der ehemaligen DDR. Am nächsten Morgen erhielt die Reisegruppe im Rahmen einer dreistündigen Stadtrundfahrt unendliche viele Informationen über historische Bauten in Berlin und Einblicke in die über 800-jährige Stadtgeschichte. Station machte der Bus in der Bernauer Straße. Sie ist eine Berliner Straße in der nördlichen Innenstadt. Auf der Südseite der Straße verlief zwischen 1961 und 1989 ein Teil der Berliner Mauer. Die Straße wurde zum Ort einer Reihe von Fluchten und Fluchtversuchen nach West-Berlin. Seit dem Jahre 1998 befindet sich hier mit der "Gedenkstätte Berliner Mauer" der zentrale Erinnerungsort der deutschen Teilung.
 
Das Mittagsessen nahm die Gruppe in der Bayerischen Landesvertretung ein. Nach einer kurzen Erklärung zur Baugeschichte ging es in den gemütlichen Bierkeller der Landesvertretung, der zuvor der Tresorraum der ehemaligen Bank gewesen war, zum gemeinsamen Mittagessen. Zwischen 15 und 17 Uhr stand die Besichtigung des Plenarsaal und der Reichstagskuppel auf dem Programm. Der Reichstag war in den Jahren 1884 bis 1894 im Stadtteil Tiergarten durch Paul Wallot im Neorenaissancestil am linken Spreeufer errichtet worden und beherbergte sowohl den Reichstag des Kaiserreiches wie auch den Reichstag der Weimarer Republik. !933 wurde er beim Reichtagsbrand schwer zerstört. Das Reichstagsgebäude am Platz der Republik in Berlin ist seit 1999 Sitz des Deutschen Bundestages. Die von dem Stararchitekten Norman Foster entworfene Reichstagskuppel und der damit verbundene Umbau wurden offiziell im April 1999 eingeweiht.
 
Das ab 1987 als "Topographie des Terrors" bekanntgewordene Gelände war der Zentralort von Planung und Lenkung der meisten NS-Verbrechen. Hier waren zwischen 1933 und 1945 mit dem Geheimen Staatspolizeiamt, der Reichsführung-SS und dem Reichssicherheitshauptamt die wichtigsten Institutionen des nationalsozialistischen Terrorapparates von SS und Polizei untergebracht. Es dokumentiert und arbeitet den Terror in der Zeit Nazideutschlands zwischen 1933 und 1945 auf. Dazu gehört auch eine bislang provisorische Freiluft-Ausstellung.
 
Von hier zog es die Besucher zum Potsdamer Platz, der ein Verkehrsknoten in den Berliner Ortsteilen Mitte und Tiergarten im Bezirk Mitte zwischen der alten Innenstadt im Osten und dem neuen Berliner Westen ist. Mit dem Bahntower, Beisheim Center, Kollhoff-Tower und Sony Center gehört er zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins. Samstags besuchten die Teilnehmer die Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen. Sie besteht aus den Räumen der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit, die hier von 1951 bis 1989 hier in Betrieb war. Zuvor waren die Räumlichkeiten durch den sowjetischen Geheimdienst genutzt worden. Der gesamte riesige Komplex war auf keinem Stadtplan verzeichnet gewesen. Hier waren unzählige politische Gefangene inhaftiert und physisch, aber auch vor allem psychisch  gefoltert worden.
 
Mittagessen gab es im Berliner Pavillon und danach führte uns Erika Urban zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche,  Europacenter und Ka De We. Die Gedächtniskirche - auch "Hohler Zahn" genannt - ist nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ein weltbekanntes Mahnmal für den Frieden. Das Europa-Center wurde zwischen 1963 und 1965 errichtet und ist neben der Gedächtniskirche ein Wahrzeichen Berlins. Die "Uhr der fließenden Zeit" ist eine Schöpfung des Franzosen Bernard Gitton, der sie 1982 entworfen und realisiert hat. Das Kaufhaus des Westen wurde ursprünglich als ein Warenhaus von Adolf Jandorf am 27. März 1907 eröffnet und ist das bekannteste Warenhaus Deutschlands
 
Am Sonntag Vormittag regnete es leicht, als der Bus Berlin Richtung Spreewald verließ. In Lübbenau startete die Gruppe mit zwei Kähnen zu einer typischen Spreewahlrundfahrt. Der Spreewald ist ein weit verzweigtes Wassersystem durch natürliche Flusslaufverzweigungen der Spree und erweitert durch künstlich angelegte Kanäle. Diese Kulturlandschaft wurde entscheidend durch die Sorben geprägt, erzählte der Schiffer. Das letzte Mittagessen gab es im Gasthaus  Spreewaldeck. Im Bus bedankte sich Reinhold Kollroß als Vorsitzender des CSU OV Raitenbuch-Großbissendorf bei MdB Alois Karl für die finanzielle Unterstützung der Fahrt und bei Erika Urban für die ausgezeichnete Reiseleitung. Eine herrliche Reise nach Berlin war zu Ende.