Das Team des Hohenfelser BurgtheatersMit mehreren Minuten langem Applaus bedankte sich das Publikum am Ende des Lustspiels "Liebe, Lügen, Leberkäs" bei den Akteuren des Hohenfelser Burgtheaters. Und auf die Frage, ob sie nächstes Jahr wieder kommen wollen, hörte man übereinstimmend nur ein kräftiges "ja, scho".
 
"Ja, scho" war das Markenzeichen des spickzettelbewaffneten Schorschi, den Franz Weigert überzeugend spielte. Als er beim Bussieren mal nicht weiterwusste, half ihm die von ihm angeschmachtete Fanny alias Ulrike Walter mit ihrer umfangreichen Bravo-Dr.-Sommer-Sammlung aus. Dadurch kam es doch noch zwischen ihnen zu einem stürmischen Höhepunkt, ab dem man eigentlich den Pfarrer um Erlaubnis fragen müsste.
 
Diesen Punkt hatten Caro (Marie-Theres Neumeier) und Fritz (Tobias Boßle) nach eigenem Eingeständnis schon längst überschritten. Sie glänzten als verliebtes Päarchen, dem der "weitsichtige" Seher Gugger Michel in der Person von Udo Klösel mit seinem bürstenkräftigem Einsatz den Segen für ihre Beziehung verschaffte. Er überzeugte in seiner zwielichtigen Rolle wie auch das von Angelika Straka und Robert Neumeier "liebevoll" dargestellte Metzgersehepaar Säuling. Wenn auch seine Ehefrau zweifelnd hinterfragte, ob ihr Gatte dem Gesellen als Modell für seine perfekte Weißwurst gedient haben könnte.
 
Kurz gesagt, die "Goldene Weißwurst" ging an den jungen Nachwuchsmetzger und er bekam trotz schmerzhafter Watschn seine Angebetene in dieser temporeichen und lachmuskelstrapazierenden Inszenierung von Regisseur Florian Feuerer. Gemeinsam hatten Günther Härtl (Bühnenmalerei), Leonhard Böhm (Schreinerarbeiten) sowie Robert Neumeier und Erich Münchsmeier (Bühnenbau) ein künstlerisch perfektes Bühnenbild geschaffen, von dem die Besucher schwärmten. Die Szenerie war so realistisch, dass manche gewettet hatten, dass das Foto im Programmheft in einer echten Metzgerei aufgenommen worden wäre. Kreativ hatte Michaela Feuerer die Wurst-und Fleischprodukte in der Thekenauslage zu einem wirklichkeitsgetreuen Abbild verwandelt.
 
Still und sorgsam agierten Souffleuse Vanessa Dotterweich sowie Sophia Boßle und Daniela Kreupl als Requiste im Hintergrund und trugen ihren wertvollen Beitrag zum Gelingen des Stücke bei. Das Technikteam Fabian Boßle, Claudia Fischer und Matthias Hofmann sorgte für die perfekte Ausleuchtung des Bühnengeschehen und die akustische Verstärkung der Darsteller, Türgong und Läuten des Telefons. In der Maske zeigte Monika Beer ihr großes Können besonders in der Rolle des Opas Nickel (Dietmar Feuerer), der in verschiedenen "Figuren" nicht nur bei "mein Name ist James" für Lacher sorgte.
 
In der Schlussbesprechung betonte Dietmar Feuerer "dass das Stück beim Publikum sehr gut angekommen sei" und bedankte sich bei allen für ihr großes Engagement. Ganz besonders erfreulich war, dass der Besucherrekord von 2015 sogar wieder ein wenig übertroffen werden konnte.