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Wenn von Satire und PEGIDA
gerade hier die Rede war,
denk´ ich natürlich jetzt daran,
was man nur schwer verstehen kann:
„Charlie Hebdo" seit Jahren schon
greift mit satirisch-frechem Ton
die Menschen an, die an Gott glauben
- man könnt´ auch sagen, daß sie rauben
gläubigen Menschen ihre Würde,
verletzen jene letzte Hürde,
die jeder Mensch für sich besitzt
- ich sag´ es jetzt recht „zugespitzt":
„Charlie Hebdo" gerade raubt
die Freiheit, die man endlos glaubt
und die mit „Stiften" man verteidigt,
indem man Gläubige beleidigt
- ob man nun Jude oder Christ
oder auch eben Moslem ist!

 

Groß war der Schrei und das Entsetzen,
als nach dem jahrelangen Hetzen
im Januar Islamisten kamen,
an „Charlie" grausam Rache nahmen
mit einem blut´gen Attentat;
für sie war´s eine Heldentat
in Mohammeds und Allahs Namen!
Uns anderen dagegen kamen
Abscheu und Trauer in den Sinn;
und viele kamen nicht umhin,
gegen den Terror aufzusteh´n;
zigtausende konnte man seh´n,
die durch Pariser Straßen zogen.
Sie so klar Stellung hab´n bezogen
für Meinungs- und für Pressefreiheit,
für Brüderlichkeit und für Gleichheit!
Und an der Spitze demonstrierten
- so Bilder es uns suggerierten! -
so mancher Promi und Staatsmann;
und auch sah selbstverständlich man
die Staatsfrau Nummer eins inmitten
- Frau Merkel ließ sich nicht lang´ bitten!
Auch sie war plötzlich jetzt „Charlie";
den Namen jeder sich verlieh!

Erlaubt, hier kurz noch einzuhaken
und diesen Satz zu hinterfragen:
Ich will zwar klar verurteilt wissen,
wenn Islamisten dreist erschießen,
ja massakrieren und abschlachten,
wen sie für schuldig nur erachten.
Doch kann ich auch nicht übergeh´n
und einfach nur beiseite seh´n,
wenn „Charlie" mit der spitzen Feder
in Glaubenssachen zieht vom Leder,
und mit Cartoons, die haßversetzt,
uns Gläubige und Gott verletzt,
und so genauso trennt und spaltet
- so wohl kein gutes Miteinander waltet!
D´rum Freiheit ja, und Demokratie
- doch sag´ ich nicht: „Je suis Charlie!"

Könnt´ doch die Welt zusammenfinden,
Gräben und Mauern überwinden,
endlich den Weg des Friedens geh´n
und sich versöhnen und versteh´n,
statt Haß und Streit sich doch vertrauen
und dann: „Mit Christus Brücken bauen"!