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Leiter des Militärmuseums in RokycanyAm 6. Mai 1945 erreichten die US-Truppen unter General Patton die tschechische Stadt Pilsen.  Rokycany besetzten die Soldaten der 2. Fußdivision Generals Robertsons nach der Aussage der Augenzeugen am Morgen des nächsten Tages. Drei Stunden später trafen sie sich hier mit den Truppeneinheiten der Roten Armee. In Rokycany verlief die Demarkationslinie am östlichen Rande der Stadt.

Da in der Konferenz von Jalta festgelegt worden war, dass die Demarkationslinie  entlang der ursprünglichen territorialen Grenzen der Tschechoslowakei vor Kriegsbeginn verlaufen sollte, zogen sich die amerikanischen wieder zurück. "Im Geschichtsunterricht," berichtete eine Besucherin, "wurde aber immer behauptet, dass die rote Armee Tschechien befreit hat. Besser wäre es gewesen, wenn die Demarkationslinie hinter Prag verlaufen wäre." Erst nach der Öffnung des "Eisernen Vorhangs" wurde im Jahre 1999 wurde in Rokycany ein Denkmal enthüllt, das wie auch das "Museum an der Demarkationslinie" an diese historische Begebenheit erinnert.

Entlang des Pfades im Eingangsbereich des Museums sahen die Besucher aus Hohenfels eine Darstellung der Westgrenze der Tschechoslowakei aus dem Jahr 1938 und die Befestigunganlage des „Eisernen Vorhanges“. Im Außenbereich befinden sich mehr als 150 militärische, meist noch fahrbare Exponate aus dem zweiten Weltkrieg und die Ausrüstung der Tschechoslowakischen Volksarmee während. Teilweise werden die Austellungsstücke bei den historischen Darstellung während des Bahna-Festes eingesetzt oder auf anderen historischen Ausstellungen gezeigt. Die Räume im Hauptgebäude zeigen Ausrüstungsgegenstände der Soldaten aus Nazideutschland, Großbritanniens, der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. Ein Sonderteil befasst sich mit dem Holocaust und dem Widerstand im Kreis Rokycany.

Bereits um halb sechs war der vom Hohenfelser SKK-Vorsitzenden Georg Münchsmeier organisierte Bus in Hohenfels abgefahren. In Rokycany erwarteten uns um 8 Uhr Mgr. Jirí Kantor und Ing. František Nerad aus unserer Partnergemeinde Strašice. Nach dem Mittagessen im Hotel "Ve Dvore" besuchten wir das Atom-Museum.  

Während der Nachkriegszeit bauten sowohl die USA als auch die Sowjetunion ihre Atomprogramme aus. Bis zum Ende des Kalten Krieges hatten beide Seiten ein riesiges Arsenal an Nuklearwaffen. Die Sowjetunion stationierte sie auch wahrscheinlich in der Tschechoslowakei. Heute, über 20 Jahre nach ihrem Zerfall, sind noch einige sowjetische Bunker erhalten geblieben. Einer davon heißt Javor 51 und befindet sich in der Nähe der Gemeinde Míšov, er wurde im Jahr 1966 offiziell als Lager für Luftabwehrwaffen auf dem Truppenübungsplatz Brdy errichtet und ist seit 2013 als Museum für Besucher zugänglich. Die Anlage hätte Platz für bis zu 60 Sprengköpfe geboten. Doch was genau dort gelagert wurde, darüber sind bis heute keine offiziellen Berichte aufgetaucht. Geheimhaltung hatte oberste Priorität. Es klang aber durchaus plausibel, wie uns in der Führung die vermutlichen Lagerplätze für die Sprengköpfe und die gesamte Einrichtung des Bunkers gezeigt wurden. Hinter der sechseinhalb Tonnen schweren Panzertür gab es zwei weitere Abschnitte. Dort konnten wir Gegenstände betrachten, die direkt im Bunker und in seiner unmittelbaren Umgebung gefunden wurden: Luftfilteranlagen, Dieselaggregate und Dinge des täglichen Gebrauchs.

Während der Führung wurde auch ein Schlüssel gezeigt, mit dem die Sprengköpfe scharf gemacht werden konnten. Beim Ausgang wachte jetzt die hölzerne geschnitzte Figur des Fabian, der die Brdy-Region beschützt.

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