Das "Stinkerkas"-TeamDas Hohenfelser Burgtheater zeigte in diesem Jahr „Stinkerkas“, ein Lustspiel in drei Akten von Bernd Gombold. Namensgebend ist ein überaus aromatischer Kässalat.

 

Nach durchzechter Weihnachtsfeier können sich Schreinermeister Sepp wie sein verlobter Sohn Frank und sein Kumpel Siegmund an nichts mehr erinnern, es fehlen ihnen jedoch einige Gegenstände. Dafür finden sie verfängliche Sachen in der Werkstatt, deren Herkunft sie sich nicht erklären können. Widersprüchliche Informationen führen dazu, dass die Ereignisse der vergangenen Nacht nur bruchstückhaft rekonstruiert werden können, was schließlich die resoluten Ehefrauen auf den Plan ruft.

 Welche Verwechslungen und Wendungen sich bis zum ebenso überraschenden wie (naturgemäß) versöhnlichen Ende ergeben, was mit dem verschwundenen Stinkerkas wirklich geschehen ist und ob dieser überhaupt wieder auftaucht, wird nicht verraten. Interessierte Theaterfreunde und Kurzentschlossene haben noch am heutigen Freitag um 20 Uhr und am morgigen Samstag um 19 Uhr Gelegenheit, sich bei Wienern und Brezn selbst in Bann schlagen zu lassen vom „Stinkerkas“ und den ent-geisternden Ereignissen im fiktiven Hohenfels.

Ingredienzien eines lustigen, mitreißenden Lustspiels, die auf gar keinen Fall fehlen dürfen, sind: Ein Haufen Sägespäne, ein junges Liebespaar, Nudelholz bzw. Teppichklopfer als Insignien weiblicher Macht im Haus, eine Leiter zum obligatorischen Fensterln, mehrere großspurige Pantoffelhelden und vermeintliche Casanovas, lustige Verwechslungen – und eine Schüssel Stinkerkas. Dazu gebe man ein spielfreudiges Ensemble, angeführt von Pfarrer Udo Klösel, und man erhält eine gelungene Aufführung und einen kurzweiligen Abend.

Dietmar Feuerer, der die Gesamtleitung innehatte, verspricht nicht zu wenig, wenn er die darstellerisch Leistung der Schauspieler als „lustig, gigantisch, phänomenal und atemberaubend“ zusammenfasst. Der tosende Applaus im ausverkauften Keltensaal gibt ihm recht. Auf der Bühne brilliert unter der Regie von Filius Florian Feuerer derweil Pfarrer Udo Klösel als gutherzig-thumber Schreinermeister Sepp Hammerl („Seppi-Baby“), dessen Werkstatt auch die Kulisse abgibt. Seine ebenso stimmgewaltige wie nudelholzschwingende Gattin Pauline mimt Ulrike Walter. Der aus der Fernsehsendung Deutschland sucht den Superstar bekannt gewordene Björn Bußler spielt ihren naiven, liebestrunkenen Sohn Frank. Der etwas begriffsstutzige, aber umso diensteifrigere Dorfpolizist Siegmund Eiferling wird überzeugend von Franz Weigert verkörpert. Barbara Reisinger, die das Stück ob der dargestellten ehelichen Machtverhältnisse spaßeshalber gar als „Einführungslehrgang für junge Ehefrauen“ bezeichnet, spielt seine resolute Ehefrau Klara. Die bigotte, frigide Pfarrhaushälterin Eugenie Schlotterbeck – eine veritable „alte Schrulln“ möchte man fast sagen – stellt Angelika Straka dar, während Robert Neumeier den jähzornigen Dirigenten Hugo Schmidmeister mimt. Marie-Theres Neumeier spielt seine umtriebige Tochter Evi.

Hinter und neben der Bühne sind ebenfalls viele gute Geister aktiv: Um den Kartenverkauf und Fotoaufnahmen kümmert sich Elisabeth Feuerer. Für die Bewirtung sorgt das Thekenteam bestehend aus Tobias Boßle, Alex Gfesser, Michael Neumeier, Ramona Perras, Anton Reisinger und Franz Rothbauer. Als Kostümbildnerin ist Anna Weber aktiv. Für den Bühnenbau zuständig sind Erich Münchsmeier und Robert Neumeier, während Thomas Wittl und Günther Härtl das Bühnenbild besorgen. Fabian Boßle kümmert sich um Beleuchtung und Technik, Sofia Boßle um die Requisiten. Als Maskenbildnerinnen tun sich Annalena Friedl und Monika Beer hervor, Souffleuse ist Katrin Reisinger. Besonders dankte Feuerer der Schreinerei Leo Böhm und der Familie Christian Graf, die die Ausstattung für das Bühnenbild zur Verfügung gestellt haben.