Hohenfelser BurgtheaterDas Hohenfelser Burgtheater begeisterte vor vollen Rängen an den beiden letzten Wochenenden mit dem Erfolgsstück "Large Mother" von Wolfgang Bräutigam sein Publikum.

 

Im Lustspiel unter Regie von Florian Feuerer versuchen Bürgermeister Bernd Schlau (Dietmar Feuerer) und die Gemeinderatsmitglieder Klaus Sumpf (Udo Klösel) sowie Marion Baum (Claudia Fischer) den gesunkenen Bekanntheitsgrad des Marktes Hohenfels mit einer "Big-Brother"-Kopie zu steigern. Als bekannt wurde, dass der Originaltitel aus rechtlichen Gründen nicht genutzt werden dürfe, dachte Bürgermeister Schlau spontan an die Figur seiner Frau und "Large Mother" war geboren.

 

Leider kehren die von dem Duo Bernd Schlau und Klaus Sumpf listig zur Kur oder Veteranentreffen gelockten Ehefrauen Brigitte Schlau (Ulrike Walter) und Irene Sumpf (Sabine Pirzer) und Opa Schlau (Franz Weigert) zu früh zurück und beobachten aus dem großen Schrank das turbulente Geschehen.

In dem "Large-Mother-Container" treffen sich überraschend neben Klaus Sumpf auch Marion Baum, die ihren Freund Regisseur Krüger becirct hatte. Völlig unerwartet gesellt sich auch der Moralapostel und Mesner Dietmar Frohmeier (Robert Neumeier), der zuvor noch mit langen Unterschriftslisten gegen den Plan protestiert hatte, dazu. Glücklich dabei zu sein sind auch die Vertreter der jüngeren Generation Carola Huber (Marie-Theres Neumeier) und Manfred Sack (Björn Bußler). Als sechste Teilnehmerin - sozusagen die wichtigste Person in Hohenfels nach eigener Aussage - erscheint die Blondine Verona, mit der Klaus Sumpf sofort zu flirten beginnt. Sie ist die Überraschung für die Container-Mitbewohner, bis sie in Etappen entdecken, dass sich hinter der attraktiven Frau niemand anderer als der Bürgermeister selbst verbirgt.

Als erster kommt Klaus Sumpf hinter das Geheimnis des Bürgermeister mit einem gekonnten Zug an der Perücke. Er läßt ihn aber nicht auffliegen, sondern willigt zum Wohl der Gemeinde ein, für die anderen Teilnehmer die Rollen als verliebtes Paar weiter zu spielen. Die Ehefrauen, die die beiden beim Liebestechtelmechtel beobachten und empört eingreifen, bevor es zum äußersten kommt, entlarven als nächste den Bürgermeister. Zwar mit Mühe und großer Not, aber dennoch kann das Duo auch ihre Ehefrauen durch die Verlockung auf eine Fernsehkarriere ködern und schickt sie in den zerstörten Garten zur Neuanlage. Dem Karrieretraum hängt auch Marion Baum nach und muss in der Schlussszene entnervt aufgeben, als sich diesmal der Bürgermeister selbst demaskiert.

Dazwischen wirbelt die türkische gewerkschaftlich organisierte Reinemachefrau Putzkübülü (Angelika Straka) über die Bühne. Sie versucht den Flaschengeist zu beherrschen, der sich im Nachhinein als Hobby-Fakir herausstellte. Er wollte eigentlich als Manfred Sack nur seine Carola Huber mit seinem Hobby faszinieren. Schließlich erkennt Bürgermeister Schlau, dass es besser ist, sich zurückzuziehen und die Containergeschichte der jungen Generation zu überlassen. Da Opa Schlau schon lange wegen seines Trinkvergnügens keinen Führerschein mehr hat, bekommen Carola und Manfred als Gewinn ein Auto, das sie vielleicht in zehn Jahren zum Standesamt fährt.

Für Frisuren und Schminke waren Annalena Friedl und Monika Beer im Einsatz, Ton und Beleuchtung hatte Fabian Boßle übernommen. Zuständig für die Requisite war Sofia Boßle. Den Bühnenbau errichteten Erich Münchsmeier und Robert Neumeier, das Bühnenbild gestalteten Thomas Wittl und Günther Härtl. Souffleuse was Barbara Reisinger. In der letzten Aufführung erlebte Regisseur Florian Feuerer zudem seine Premiere als Manfred Sack.