Silberschmuck aus MatzhausenIm Regensburger Museum am Dachauplatz endet am 3.Oktober die Ausstellung über „Ostbayerns slawisches Mittelalter“. Ein Schwerpunkt der Ausstellung unter Leitung von Dr. Andreas Boos waren frühmittelalterliche Funde in unserer Region. Die Besiedelung Ostbayerns durch die Slawen ist größtenteils unbekannt. Dennoch läßt sich anhand der  Orts-, Flur- und Gewässernamen slawischen Ursprungs und entsprechender Bodenfunde das Leben der Slawen in der Oberpfalz belegen.

 

Von den Nationalsozialsten wurde abgesehen von ihrer Geringschätzung der Slawen vor allem ungern gesehen, dass im Nordgau als scheinbar „urdeutschem“ Gebiet auch ein anderes Ethnikum neben den Germanen (wie Franken und Bajuwaren) siedelte. Das gilt auch für den wohl reichsten slawische Silberschmuck (Foto: Museen der Stadt Regensburg, Foto M. Preischl ), der in Matzhausen westlich der Vils im Truppenübungsplatz Hohenfels im Jahr 1929 gefunden wurde. Matzhausen bestand 1916 nur aus drei Häusern mit 24 Einwohnern. 1939 lag der Weiler in der Ablösezone 2 und musste bei Errichtung des Truppenübungsplatzes vollständig geräumt werden.

 

In der Zeit zwischen 1929 und 1937 wurden hier aus der Karolingerzeit stammende Reihengräber  geöffnet. Das Doppelgrab 2/3 wurde von einer Privatperson entdeckt. Sie informierte leider die Dienststelle SS-Ahnenerbe, die auch die bisherigen Ausgrabungen geleitet hatte, über den Fund. Mit Erfolg wurde so eine offizielle Verbindung zur slawischen Herkunft der Grabbeigaben verhindert.  

In dem Doppelgrab wurden zwei Gehängeohrringe, einen in Form eines Pferdes, zwei Kugelanhänger (tschechisch: gombíky) und drei Sätze von Kopfschmuckringen aus Silber sowie einer Bernsteinperle. Die Ausführung des Grabschmuckes läßt auf die Herkunft aus Böhmen und Mähren schließen. Der Schmuck, der einer der herrlichsten Ausstellungsstücke war, ist ganzjährig im Regensburger Stadtmuseum am Dachauplatz ausgestellt.