Überreichung des Schreibens an US-Botschafter Murphy.Anlässlich der Entscheidung des US - Repräsentantenhauses über einen möglichen Abzug aller derzeit in Europa stationierten Kampfbrigaden der US-Army erklärt der Neumarkter Bundestagsabgeordnete Alois Karl (CSU):

 

„Die Ankündigungen des US-Repräsentantenhauses, alle Kampfbrigaden aus Europa abzuziehen, bereiten mir große Sorge. Der Abzug würde einen großen Einschnitt für unsere Region und insbesondere für die Beschäftigten in Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels bedeuten. Daher habe ich gemeinsam mit MdB Albert Rupprecht den US-Botschafter in Berlin, Philip D. Murphy, um ein zeitnahes persönliches Gespräch gebeten. Bei Bedarf sollen auch die Bürgermeister und politisch Verantwortlichen der Region hinzugezogen werden. Darüber hinaus haben wir den amerikanischen Botschafter zu einem Besuch der US-Standorte in die Oberpfalz eingeladen.

 


MdB Rupprecht und ich haben in dieser Angelegenheit heute vor der Fraktionssitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit unserem Kollegen Christian Schmidt, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, gesprochen. Für uns ist es wichtig, dass zum einen das Bundesverteidigungsministerium unserem Bündnispartner USA die Wichtigkeit der Präsenz der US-Kampftruppen in Europa darlegt und dabei zugleich auf die Vorteile der Übungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels als Stand- und Ausbildungsorte für die US-Einheiten hinweist. Zugleich wollen wir, dass die Bundeswehr alle Optionen zur Stärkung der beiden Truppenübungsplätze prüft. Wir gehen fest davon aus, das es uns auch Dank der aktiven Unterstützung des deutschen Verteidigungsministeriums gelingt eine dauerhafte Präsenz der US-Truppen in der Region zu sichern. Dennoch ist es unser Bestreben, auch im gerade auszuarbeitenden deutschen Konversionsprogramm die Weichen  richtig zu stellen. Wenn der schlimmste Fall eines Abzugs der US-Army wider Erwarten eintritt, dann muss dieses Konversionsprogramm auch für die Regionen Grafenwöhr und Hohenfels offen sein. Wir gehen zwar davon aus, dass wir diese Versicherung nicht brauchen, dennoch wäre es leichtsinnig und unverantwortlich diese historische Chance einer Absicherung des Restrisikos ungenutzt zu lassen.  
Hinsichtlich der aktuellen Überlegungen der US-Army haben wir bei zahlreichen Kontakten mit US-Repräsentanten stets die Information erhalten, dass die Strykerbrigade weiterhin in Vilseck (Südlager des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr) stationiert bleiben soll. In vielen Gesprächen haben uns die verantwortlichen US-Militärs bestätigt, dass dies auch unter militärischen Gesichtspunkten eine gute Lösung für die US-Army sei.


Die kombinierten Ausbildungsmöglichkeiten auf den Übungsplätzen in Grafenwöhr und in Hohenfels, wie auch das Umfeld in der Region, das von den Unterbringungsmöglichkeiten bis hin zur positiven Grundstimmung bei den Bürgern vor Ort reicht, wurden von unseren US-Gesprächspartnern bisher als sehr positiv gewertet. Die Frage ist nun: Wird diese Ansicht von der US-Army weiterhin geteilt?


Selbstverständlich haben wir Verständnis für die derzeitige angespannte Haushaltssituation der USA. Sollten die Entscheidungen des Repräsentantenhauses umgesetzt werden, würde das einen enormen Einschnitt für die Oberpfalz und die Beschäftigten in Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels bedeuten. Erhebliche Leistungen für das riesige Ausbauprogramm des US-Standortes Grafenwöhr haben auch der Bund und der Freistaat Bayern erbracht.“