Alles neu im Jahr 2012: Nicht nur die Jahreszahl ändert sich am 31. Dezember. Ab Januar und im Laufe des kommenden Jahres müssen sich Verbraucher auf einige Änderungen einstellen - positive wie negative. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

 

 

Energie

Seit dem 1. September 2011 ist die 60-Watt Glühlampe Geschichte. Zumindest darf sie in Deutschland nicht mehr verkauft werden. In 2012 geht es der 40-Watt Glühbirne an den Kragen. Ab September wird auch sie nicht mehr in den Läden ausliegen. Die EU-Richtlinie soll die Nutzung von Energiesparlampen fördern. Wer weiterhin auf die nostalgischen Leuchtkörper setzen will, sollte sich vor dem finalen Verkaufsstopp einen Vorrat anlegen.

Einfacher wird ab 1. April 2012 der Wechsel des Strom- und Gasanbieters. Die Bundesnetzagentur hat den Anbietern neue Auflagen gegeben, wonach der neue Netzbetreiber den Wechsel innerhalb von drei Wochen vollziehen muss. Darüber hinaus kann der Wechsel nun an jedem beliebigen Werktag erfolgen und nicht mehr nur wie vorher zum Monatsbeginn.

Auto

Wie schon in 2010 erhalten Halter eines Diesel-PKWs im neuen Jahr Zuschüsse in Höhe von 330 Euro, wenn sie einen Rußpartikelfilter einbauen. Beantragt werden können die Zuschüsse beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de).

Ab Sommer 2012 wird das Wechselkennzeichen eingeführt. Das neue Nummernschild gilt für zwei Autos im Wechsel, spart dadurch Versicherungsprämie. Bedingung: Beide Fahrzeuge müssen der gleichen Kfz-Klasse (Pkw, Wohnmobil, Motorrad) angehören.

TV

Ab dem 30. kommt das Aus für das analoge Satellitenfernsehen. Wer dann weiterhin über seine alten Geräte Programm empfangen will, muss sich einen DVB-S Receiver zulegen. In den mordernen Flachbildschirmen sind diese meist serienmäßig mit eingebaut.

Gesundheit

Deutschlands Zahnärzte sollen von 2012 an 345 Millionen Euro pro Jahr mehr verdienen. Das sieht die neue Gebührenordnung vor, die das Bundeskabinett gestern beschlossen hat. Gesetzlich Krankenversicherte müssen mit Mehrkosten von bis zu 74 Euro für eine Vollkrone und bis zu 237 Euro für eine Teleskopkrone rechnen, so der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung.

Bis Ende 2013 soll jeder gesetzlich Krankenversicherte im Besitz der neuen elektronischen Gesundheitskarte sein, die ersten von ihnen schon spätestens am 31. Dezember dieses Jahres. Die Kunden sind bei der Umstellung gefragt, denn ohne ihre Mithilfe geht es nicht. Auf der Vorderseite der neuen Gesundheitskarte prangt ein Passfoto des Besitzers. Dadurch soll der Kartenmissbrauch eingedämmt werden. Auf dem Chip der Karte können Daten gespeichert werden, die in einem Notfall Rettungskräften wichtige Informationen über den Patienten liefern. Seine Blutgruppe zum Beispiel. Außerdem soll der Chip auf lange Sicht die Eintrittskarte in eine neue Ära der Telemedizin sein, ein Zugang zu allen medizinischen Daten, die über einen Patienten existieren.

Für 2012 gelten für gesetzlich Krankenversicherte folgende Beitragsbemessungsgrenzen: Sie steigen auf 3.825 Euro Monatseinkommen oder 45.900 Euro Jahreseinkommen. Die Einkommensgrenze, ab der ein gestzlich Versicherter in eine private Versicherung wechseln kann, steigt auf 4.237,50 Euro monatlich oder 50.850 Euro Einkommen jährlich.

Berufstätige können ab 1. Januar ihre Angehörigen leichter zu Hause pflegen. Der Bundesrat ließ das Gesetz zur Familienpflegezeit passieren. Danach kann die Wochenarbeitszeit für maximal zwei Jahre auf bis zu 15 Stunden reduziert werden. Dabei erhält der Beschäftigte unverändert 75 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Nach Ablauf der Pflegephase und der vollen Rückkehr in den Beruf bekommen Beschäftigte weiter nur das reduzierte Gehalt - bis der gezahlte Vorschuss wieder abgearbeitet ist.

Lebensmittel

Bis 9. Oktober 2012 dürfen Lebensmittel noch mit der Aufschrift "für Diabetiker geeignet" beschriftet sein. Danach müssen diese Produkte aus den Regalen verschwinden. Denn nach wissenschaftlichen Erkenntnissen erzielen die als "Diabetiker geeigneten" Produkte keinen positiven Effekt auf die Erkrankten und führen demnach in die Irre.