Martinszug durch die Turmgasse"Mama, host du aa dös greane Bladl dabei" fragte das kleine Vorschulkind aufgeregt. Denn auf dem Blatt standen die Martinslieder für die Eltern zum Mitsingen. Sie kannte natürlich den Text, hatte ihn die letzen Tage immer wieder voll Stolz gesungen.

 

Diesmal, wußte sie, sollte es ein richtiger Kindermartinszug werden. Das hatten ihre Erzieherinnen im Kindergarten erzählt, die unter Leitung von Elisabeth Lutter den Martinszug und Martinsfeier vorbereitet und organisiert hatten. Voran gingen Kreuzträger, Ministranten und Pfarrer Udo Klösel und nach ihm sie mit den anderen Vorschulkindern, die das Martinsspiel vor dem Kirchenportal aufführten.

 

Wie im Evangelium von Pfarrer Udo Klösel begegnete der Heilige Martin in dem Spiel einem armen Bettler, der im Freien sitzend frierte. Das konnte sie sich gut vorstellen.  St. Martin teilte mit einem kräftigen Schwerthieb seinen roten Mantel entzwei und gab die eine Hälfte dem Armen zum Schutz gegen die Kälte. Dazu sangen und spielten die Vorschulkinder auf Orffinstrumenten. Einige von ihnen trugen Fürbitten vor.

 

Nach dem Segen verteilte Pfarrer Udo Klösel wieder St.-Martins-Hörnchen. In der linken Hand die Reste ihres Hörnchen haltend ging sie mit den Eltern in den Messnergarten zu dem Verkaufsstand, an dem die Mitglieder des Elternbeirates Glühwein und Wiener anboten. "Und habe ich gut gesungen, Mama?"