Marie-Theres und Robert Neumeier"Ein Mann, der nicht pariert, wird ausradiert" lautete das Motto Ebergundes (Claudia Fischer), dem etwas rustikaleren Pendant zu Carlotta von Haberland (Angelika Straka). Letztere meinte, einen Mann heutzutage zu halten, wäre nicht mehr so problemlos wie zu Großmutters Zeiten. Man müsse sich grundsätzlich fragen, ob sich die Haltung überhaupt noch lohne."

 

Es war für das Publikum köstlich mitanzusehen, wie die beiden "Damen" ihren Angetrauten im ersten Akt aufmischten, bis die verzweifelten Ehemänner - "irgendwann bringen wir sie um" - durch die Unterstützung der Almbewohner und "Schnaps sei Dank" es ihnen zurückzahlen. Auch die Jungverliebten Carina (Marie-Theres Neumeier) und Karl-Theodor (Michael Neumeier) erhielten schließlich am Ende die Zustimmung ihrer Mütter.

 

"Wahnsinn, der pure Wahnsinn" stammelte Marianne (Ulrike Walter) entsetzt, als Bene (Robert Neumeier), um endlich Ruhe zu schaffen, den großen Hüttentisch mit der Motorsäge in gleiche Teile zerlegte. Das Waschen der Füße mit warmen Wasser konnte den in ihrer luftigen nächtlichen Behausung durchfrosteten Ehemänner Adalbert (Franz Weigert) und Johannes (Udo Klösel) nicht mehr helfen. "Gib denen lieber was von deinem selber Gebrannten", fordert Quirin (Dietmar Feuerer) Bene auf. Mit dem immer häufiger werdenden Zuspruch zum Schnaps tauten nicht nur die Glieder der Ehemänner auf, sondern auf ihr Mut, "mit dem Drachen zu kämpfen" wuchs bis zum Ende des zweiten Aktes. Dennoch stellten ihre Kinder nach dem "Du" mit ihren Schwiegervätern ernüchternd fest, dass dies nur eine Momentaufnahme wäre und sie statt "feiger Waschlappen" nunmehr eben "besoffene feige Waschlappen" wären.

 

In der Schlüsselszene am Ende des zweiten Aktes kommt es zum "Kampf" mit den Damen. Da das Quartett Adalbert, Johannes, Joe (Björn Bußler) und Quirin schon genügend Alkohol vernichtet hat, lassen sie unter Gelächter Carlotta und Ebergunde allein in die "Wildnis" ziehen, weil sie die Verlobung ihrer Kinder feiern wollen. Joe, Alpencasanova mit einer angeblichen Erfolgsquote von 95 Prozent bei Hüttenabenden nach eigener Einschätzung will endlich "Mann werden". So bleibt für Bene, nachdem sich Marianne für ihn entscheidet, nur ein "herzliches Beileid" übrig.

 

Nach der Bekanntschaft mit den "aufgescheuchten Hennen" alias Carlotta und Ebergunde weiß Quirin fortan die Nähe und den Schutz seiner Schwestern vor allem weiblichen Unheil zu schätzen und Joe muss erkennen, dass er trotz inbrünstiger Sangeskünste bei Carina einfach nicht landen kann. "Klappe Joe!"

 

Zuvor hatte Quirin nicht nur die verirrten Damen im "Stall ihrer braun-weißen Schwestern" gefunden, sondern auch in einem mühsam ausgehandelten Kontrakt die Freiheitsrechte seiner Saufbrüder verbrieft. Zwar würden sie nicht das letzte Wort erhalten, aber ein bißchen Auslauf gestanden Carlotta und Ebergunde ihnen schon zu, "weil dies auch alten Hunden gut täte."

 

So ein Lach (Gipfel)-sturm, wie wir es in den vergangenen Stunden (Tagen) erlebt haben, das reicht wohl für die nächste Zeit", waren alle Zuschauer überzeugt. MIt tosendem Beifall und langem rythmischen Klatschen am Ende aller Vorstellungen verabschiedeten sie begeistert die Schauspieler.

 

Das gelungene Bühnenbild von Günther Härtl zeigte in diesem Jahr eine einfache Almhütte in den Bergen, den Kulissensatz hat Erich Münchsmeier angefertigt und die Bühne Robert Neumeier aufgebaut. Für den richtigen Einsatz waren im Hintergrund Sofia Boßle (Requisite) und Barbara Reisinger (Soufleuse) aktiv. Fabian Boßle war für die Licht- und Tontechnik verantwortlich und für das perfekte Make-Up der Darsteller sorgte Monika Beer. Die Regie teilten sich Florian und Dietmar Feuerer.