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Ein erster Blick gilt der Natur,
die wir zwar kennen - aber nur
in letzter Zeit ganz neu entdecken,
weil sie hat Mackel, Fehler, Flecken:

 

Zum Beispiel war im letzten Jahr
ganz plötzlich ein Vulkan der Star!
In Fernseh, Presse, Radio kamen
sie aus nicht ohne seinen Namen,
den keiner bisher weder kannte,
geschweige denn dann auch benannte;
auch wußte keiner, der oft fliegt,
wo Eyjafjallajökull liegt!
Doch dann geschah´s, mit einem Schlag,
da wußte jeder, wo er lag:
Auf Islands rauhem Felsenstein
begann´s mit rotem Lavaschein;
dann spie er Staub und Aschemassen
- ja, keiner konnte es wohl fassen -
bis in die Atmosphäre rauf
- und das Geschick nahm seinen Lauf:
Die Aschewolke trieb herüber,
der Flugraum wurde trüb und trüber;
der Flugbetrieb Europas stoppte
und manche Urlaubsreise floppte;
selbst manch Politiker erfuhr:
Klein ist der Mensch, groß die Natur!

 

Und dann, auch unser zweiter Blick
geht fast ein ganzes Jahr zurück:
Im Golf von Mexiko geschah,
was wohl längst überfällig war,
dachte BP doch nur an´s Geld,
als es den Bohrturm hingestellt:
Zwar nicht gebaut auf leichtem Sand,
doch auch auf keinem Felsen stand
die Ölplattform; in Meerestiefen
Gefahren und auch Schrecken schliefen:
Das Gas weit unten explodierte,
was dann heroben dazu führte,
daß alles ging in Flammen auf,
und daß - BP nahm es in Kauf -
die „Deepwater Horizon“ sank.
Das Öl bald bis zum Himmel stank!
Drei Monat´ lang ist´s ausgeflossen,
bis daß das Bohrloch war geschlossen.
Ja, Fische und auch Vögel starben
- die Mutter Erde, sie trägt Narben
bis heute, weil die Gier nach Geld
der Mensch heut´ über alles stellt!
Die größte Ölpest aller Zeiten!
Doch dann begann erst noch das Streiten:
Auch wenn man schob Milliarden ein
- man wollt´ es nicht gewesen sein!
Ja, diese „Schlammschlacht“ von BP
tat vielen tief im Herzen weh
- und auch die USA erfuhr:
Klein ist der Mensch, groß die Natur!

 

Ja, vieles wird auf Sand gestellt,
was man für groß und wichtig hält;
und oft man nicht auf Felsen baut,
wenn man in uns´re Welt rausschaut!

Dies gilt auch ohne wenn und aber
in vielen Ländern der Araber!
In diesen Wochen dort geschah,
was kürzlich noch unmöglich war:
Es demonstrieren Menschenmassen
und woll´n sich nicht mehr gängeln lassen.
„Mehr Freiheit!“ ist des Volkes Ton
der „Internet-Revolution“,
die stürzt Tyrannen vom Podeste!
Ja, Facebook sorgt heut´ für Proteste!

Tunesien war das erste Land,
das diesen Weg zur Freiheit fand,
und das den Ben Alí vertrieb,
der lang sein böses Spiel dort trieb!
Ganz schnell griff dieses Freiheitsfieber
auf´s Land der Pyramiden über,
wo einer dreißig Jahre scho`
regiert´ als wie ein Pharao!
Doch auch bei Hosni Mubarak
war ab ganz schnell der ganze Lack.
Sein „Kuhstall“ war auf Sand gebaut;
auf falsche Macht hat er vertraut!


Auf diese zwei sich´s nicht beschränkte,
der Drang nach Freiheit weiterdrängte:
Proteste gab es in Jordanien,
in Bahrain, Jemen und Algerien.
Und schließlich in den letzten Wochen,
da sah man es in Libyen kochen
- weil ein Despot mit viel Gewalt
sich krallte dort an den Erhalt
von Macht- und Herrscherambition,
wie´s war seit vierzig Jahren schon!
D´rum schoß er auf die eig´nen Leute
und hetzte seine Mördermeute
auf´s eig´ne Volk! Welch ein Verbrechen!
Doch wird (tat) sich dieses sicher (ja auch) rächen
und auch Gaddafis Thron nicht ewig steht,
auf Wüstensand gebaut, er untergeht!

Ja, vieles wird auf Sand gestellt,
was man für groß und wichtig hält;
und oft man nicht auf Felsen baut,
wenn man in uns´re Welt rausschaut!

 

Der Blick deshalb jetzt weiter geht
auf unser´n Kontinent, der steht
- vermeintlich fest als wie Zement! -
auf unser´m Euro-Fundament.
Stattdessen wurde offenbar,
daß unser Geld recht „sandig“ war,
weil mancher Staat mit Haushaltstief
zu Hilfe ganz Europa rief.
Europas Einheit - zwar gewonnen!
Doch unser Geld - wie Sand zerronnen!
Was Irland schon hat eingeholt,
das Portugal und Spanien droht.
Doch erste waren die Hellenen,
die sich nach ihren Drachmen sehen.
Das Defizit des Haushalts groß,
die Schulden schlichtweg bodenlos,
und pleite war´n der Griechen Banken!
Finanzkrise mit off´nen Schranken!
Es drohte gar der Staatsbankrott
- doch dann kam Hilfe an ganz flott!
Ein Rettungsschirm - schnell aufgespannt!
Das meiste gab halt unser Land!
Einst trug man Eulen nach Athen,
doch jetzt muß man mit Schmerzen seh´n,
daß werden - ohne nachzufragen! -
Millarden Euros hingetragen!
Weil man dort wohl ohne Verstand
das Geld rauswirft mit voller Hand
- dazu Europa noch belügt
und kräftig die EU betrügt!
Ja, erstmals ward - was nie geahnt! -
der Griechen Erbfeind nachgeahmt!
Und selbst Athenas Eule würgt:
Hellas´ Bilanzen sind „getürkt“;
und selbst d´Akropolis die stand
halt nur auf dünnem Euro-Sand!

Ja, vieles wird auf Sand gestellt,
was man für groß und wichtig hält;
und oft man nicht auf Felsen baut,
wenn man in uns´re Welt rausschaut!