Ansprache zum VolkstrauertagPfarrer Udo Klösel, der in seiner Predigt zum Volkstrauertag auf den deutschen Luftangriff im 2. Weltkrieg vor 70 Jahren auf das englische Conventry eingegangen war und die nach bekannten Kriegsmechanismen erzeugte Spirale der Gewalt verurteilt hatte, betete am Kriegerdenkmal und erteilte den  Segen. Begleitet von drei Böllerschüssen spielte die Kolping-Jugendblaskapelle Hohenfels unter Leitung von Patrick Siebenborn das Stück "Ich hatt' einen Kameraden".

 

Bürgermeister Berndhard Graf meinte in seiner Ansprache, dass  "Krieg, Tyrannei, Unterdrückung und Gewaltherrschaft nicht erst dannbeginnen, wenn der erste Schuss fällt oder die ersten Toten zu betrauern sind, sondern jede Unmenschlichkeit beginnt bereits mit der Verrohung der Gedanken. Wenn ein ehemaliger Berliner Senator Einwanderer in unser Land in produktive und weniger produktive einteilt, wenn in moslemischen Familien das Recht auf freie Selbstbestimmung nicht mehr geachtet wird und der grausame Mord an eigenen Familienmitgliedern als „Ehrenmord“ tituliert wird, wenn Raketenangriffe auf Palästinenser als präventive Maßnahmen beschönigt und Selbstmordattentate als Freiheitskampf gerechtfertigt werden, zeige dies,  dass auch heute noch der Missbrauch von Begriffen jedem Unrecht voranginge."

 

"Am Volkstrauertag sollten wir uns über die gegenwärtige Bedeutung der Vergangenheit bewusst werden", sagte der Vorsitzender der SKK Hohenfels, Georg Münchsmeier. "Zwar neigen wir in zunehmendem Maße zum schnellen Vergessen und Verdrängen, doch zumindest an diesem Tag sollten wir innehalten und uns an das Leiden und Sterben während des Krieges und unter der Gewaltherrschaft erinnern. Unser Gedenken  schließt auch die Menschen mit ein, die gegenwärtig in Auslandseinsätzen ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren."

 

Jeder Redner legte einen Kranz vor dem Ehrenmal nieder. Die Gedenkfeier endete mit dem  Singen der Bayerischen und Deutschen Nationalhymne.