Kapiteljahrtag_1 Gemeinsam mit Dekan Johann Schächtl aus Parsberg zogen Pfarrer Udo Klösel und weitere fünfzehn Geistliche aus dem Dekanat zum Festgottestdienst am Kapiteljahrtag des Dekanates Laaber in die Hohenfelser Pfarrkirche ein. Der gemeinsamen Mahlfeier war die Besprechung der Priester und der pastoralen MItarbeiter im Pfarrheim vorausgegangen.

 

Im Anschluss an den Gottestdienst trafen sich die Verantwortlichen aus den Pfarreien des Dekanates im Keltensaal zur Vollversammlung, zu der Prof. Dr. Karl Hausberger aus Regensburg als Referent eingeladen worden war.

 

Mit einprägsamen Formulierungen referierte er über das komplexe Thema "Über die Ausdrucksformen und Aspekte altbayerischer Frömmigkeit in der Barockzeit." Als Ergebnis des Religionskrieges waren nicht nur viele Pfarrstellen verwaist, auch die Menschen, die bis zu vielmal nach dem Satz "Cuius regio, eius religio" ("wessen Gebiet, dessen Religion) einen Religionswechsel über sich hatten ergehen  lassen müssen,  erlebten ein wiedererstarktes Glaubensbewusstsein. Statt einer schlichten Frömmigkeit blühten allerorts  ein sinnenfreudiges farbiges Schauwerk des christlichen Glaubens durch  Passionsspiele, Heiligen- und Reliquienverehrung, Weihnachtskripen und Bruderschaftsfeste auf.

 

Das höchste Fest war die Passions- und Osterzeit. Darstellungen des Einzuges Jseu in Jerusalem bis zur "Karfreitagskomödi" und zur Auferstehung Christi am Ostermorgen wurde in einer Theaterbühne auf dem Marktplatz in u.a. Cham, Hohenfels und Riedenburg aufgeführt. Nebem dem Ernsten fehlte auch nicht das "geistlge G'spaßl". 1749 ist aus Deggendorf überliefert, dasss sich der Christusdarsteller mehrmals gegen die alzu heftige Peinigung gewehrt hätte. In Landshut soll mehrmals der Christusdarsteller an der Peinigung später verstorben sein. Dies führte zu einem Spielverbot durch die Diözese in den Karwochen, das allerdings oft missachtet wurde. Erfolg trat erst 1770 ein, als auch die staatliche Obrigkeit das Passionsspiel verbot. Nach dem Generalverbot tarnte man in Hohenfels  man deshalb das Passionspiel als Prozession, wie Dekan Schnitter an das Ordinariat auf Nachfrage beschönigte.

 

Insgesamt waren dadurch sehr viele Feste entstanden, die mit den Sonntagen und kirchlichen Hochfesten, den örtlichen Bruderschaftsfesten, Kirchweih- und Wallfahrtsfesten bis zu den Einschränkungen Mitte des 18. Jahrhunderst den Menschen etwa ein Drittel des Jahres "Urlaub" gewährten.

 

Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden überall Orte der Mariahilf-Verehrung. Neben dem Mariahilf-Kult  gab es die Verehrung des Gnadenbildes von San Loreto oder des besonders von den Jesuiten geförderte Gnadenbild "Maria Schnee".  1717 schrieb das Ordinariat an den Dekan, der seinen Sitz in See hatte, "man solle nicht aus jeder Wohltat ein Wunder machen."

 

Bruderschaften sind neben den Mönchsgemeinschaften die Träger der Frömmigkeit. Hauptmotiv für den Eintritt in eine Bruderschaft war der leidgeminderte Übergang vom Leben zum Tode, der durch eine Jenseitsangst ohnegleichen (Fegefeuer) geprägt war. Der Totendienst war der zentrale Dienst der Bruderschaften, deren Bruderschaftswesen im Barock seinen Höhepunkt erlebte.

 

Als Fazit fasste Prof. Dr. Hausberger zusammen: Das Volk wehrte sich im Zeitalter des Barock gegen die Einschnitte und Verbote seiner ausgelebten Frömmigkeit. Der Christenmensch war auf eine reiche Vermittlung symbolhafter Volksfrömmigkeit angewiesen.