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SkapulierfestDas Skapulierfest

Am 16. Juli begeht die katholische Kirche den „Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel“, besser bekannt als „Skapulierfest“. Die Wurzel dieses Festes liegt im Karmelitenorden, der im 12. Jahrhundert zunächst als eine Gemeinschaft von Einsiedlern auf dem Berg Karmel im Heiligen Land gegründet worden war.

 

Ihr Vorbild war neben dem alttestamentlichen Propheten Elija, der sich schon in alttestamentlicher Zeit ebenfalls auf dem Karmel aufgehalten hatte, die Gottesmutter Maria, unter deren besonderen Schutz man sich stellte. Mit dem Vordringen des Islam musste der Orden nach Europa übersiedeln und fand in England, Frankreich, Spanien und Deutschland eine neue Heimat.


Aus dieser Zeit nun wird uns jenes Ereignis überliefert, auf das eben das Skapulierfest zurückgeht: Es war am 16.  Juli 1251, als dem damaligen Ordensgeneral der Karmeliten – einem Engländer namens Simon Stock († 1265) – in Cambridge die Gottesmutter erschien und ihm in dieser Vision das „Skapulier“ übergab – einen brustbreiten Stoffüberwurf über das eigentliche Ordensgewand, der vorne und hinten fast bis auf den Boden reicht. Ursprünglich war das Skapulier („Schulterkleid“; vom lateinischen „scapulae“/„Schultern“ abgeleitet) in der Regel des heiligen Benedikt als Arbeitsschürze der Mönche gedacht, und wird bis heute (auch als marianisches Symbol) in einigen Ordensgemeinschaften als Teil der klösterlichen Tracht über dem Habit getragen – neben den Benediktinern und Karmelitern unter anderem auch von den Zisterziensern, Prämonstratensern und Dominikanern.


Verbunden mit der Übergabe des Skapuliers an den heiligen Simon Stock war die Verheißung des Beistandes Mariens und des ewigen Heils für alle, die es in der Stunde ihres Todes tragen werden. In einer päpstlichen Bulle soll der Avignon-Papst Johannes XXII. (1316-1334) diese Vision bestätigt haben – dazu das Versprechen der Himmelskönigin, den Seelen der Skapulier-Träger im Fegefeuer zu helfen, sie zu trösten und baldmöglichst nach ihrem Tode aus dem Reinigungsort zu befreien. Als Tag der Errettung aus dem Fegefeuer nennt die päpstliche Bulle den Samstag (italienisch „sabato“/biblisch-hebräisch „Sabbat“) nach dem Hinscheiden, weshalb sie auch „Bulla Sabbatina“ genannt wird.
Im Jahre 1577 bestätigte Papst Gregor XIII. (1572-1585) mit dem Breve „Ut laudes“ diese „Bulla Sabbatina“ und das mit ihr verbundene „Samstagsprivileg“ für jene, die in ihrer Todesstunde das Skapulier tragen würden. Schließlich wurde das Skapulierfest – zunächst im Karmelitenorden beheimatet und gefeiert – im Jahre 1726 von Papst Benedikt XIII. (1724-1730) auf die ganze Kirche ausgeweitet – und erlangte Bedeutung gerade auch durch die Skapulierbruderschaften, die zu jener Zeit bereits existierten bzw. neu gegründet wurden.