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Faschingspredigt_1

Du Hohenfelser Christenschar!
Natürlich soll auch dieses Jahr
die Predigt heut´ besonders sein!
Mit hellem Vers und frohem Reim
lädt sie uns ein, das Wort des Herrn,
das damals viele Menschen gern
in großen Scharen ja vernommen,
in unser Herz zu lassen kommen.

 

Zumal ein Wort, das sehr markant,
heut´ in dem Lesungsbuch sich fand,
- mit dem der Herr die Richtung weist
und zugleich Hoffnung auch verheißt!

Was schon Matthäus übermittelt
und er als „Bergpredigt“ betitelt,
das finden wir jetzt wiederum
im Lukas-Evangelium.
Er siedelt´s aber an im Tal
als „Feldrede“, bei der viermal
jeweils der Selig-Ruf des Herrn
und dann sein Wehe-Wort zu hör´n!

Das „Selig!“ voll Verheißung ist
für jeden, der bisher vermißt,
daß schön und gut und froh sein Leben
- denen wir Gottes Heil gegeben!
Das „Wehe!“ Jesu Richtschnur ist
für jeden echten, wahren Christ,
wie man nicht handelt oder lebt,
wenn man das Gottesreich erstrebt!
Ja, selig preist die Gottes Sohn,
die harren auf den rechten Lohn:
Die Armen sollen einstens haben
das Himmelreich und seine Gaben!
Wer weint und trauert, wer gekränkt,
dem einst wird Lachen neu geschenkt!
Wer hungert, der wird einmal satt!
Und wenden wird sich auch das Blatt
für alle, die man schmipft und haßt,
weil vielen es einfach nicht paßt,
daß Jünger Christi sie halt sind
- auch trotz so manchem Gegenwind!

Das „Wehe!“ Jesu gilt jedoch,
all denen, die ein schweres Joch
dem Mitmensch haben auferlegt;
dafür im Herzen sich nichts regt,
weil sie zu reich sind und auch hart;
weil satt man ist und gern man spart;
weil fremde Not ihn nicht berührt,
er dafür keinen Finger rührt
und er nur lachen kann darüber
- weil keinen Menschen er hat lieber
als doch nur sich und sich allein
- so muß ein Egoist halt sein!

So gibt uns unser Herr zu denken
und will die Herzen darauf lenken,
daß alle Menschen dieser Welt,
die leben unterm Sternenzelt
einander Schwestern, Brüder sind
- ein jeder Mensch ein Gotteskind!
Nur so, wenn jeder dies versteht,
die Welt sich hin zum Guten dreht!
Nur so bricht Gottes Reich herein
und jeder Mensch wird selig sein!
Doch soweit ist es leider nicht
auf unsrer Erde Angesicht;
so vieles läuft noch falsch herum
und manches ist statt g´rade krumm,
im argen liegt oft vieles gar
inmitten Gottes Kinderschar!

D´rum wird man auch in Zukunft hör´n
die Wehe-Rufe unsres Herrn,
d´rum bleibt uns zunächst nur allein
die Hoffnung auf das Selig-Sein!

Mit „Selig!“ und mit „Wehe euch!“
woll´n wir natürlich jetzt auch gleich
herausschau´n aus dem Tellerrand
hinaus in d´Welt, hinein ins Land,
und dann natürlich noch am Schluß:
nach Hohenfels der Blick - ein „Muß“!