SebastiansprozessionTrotz widriger Witterungsverhältnisse fand die Prozession, die auf ein Pestgelübe zurückgeführt wird, zur feierlichen Eröffnung der Sebastianswoche am vergangenen Sonntag statt. Gesanglich wurde die Andacht in der Sebastianskirche durch den Kolpingchor unter Leitung von Thomas Fischer gestaltet.

 

Nach der Chronik erschütterte 1448 ein schweres Erdbeben, das über vierzig Tage dauerte, u.a. Italien, Ungarn und Deutschland. Aufgrund der unhygienischen Zustände infolge der Katastrophe verbreitete sich die Pest in großem Maße. Vermutlich wurde deswegen von der Hohenfelser Bürgerschaft eine kleine Kapelle zu Ehren des Pestheiligen St. Sebastians errichtet, die allerdings in den folgenden Jahrhunderten wieder verfiel.

 

In den Jahren 1634 und 1713 wütete in Hohenfels erneut die Pest, die nur wenige Menschen damals überlebten. Der Friedhof um die Kirche wurde zu klein, so dass die Pestopfer in Massengräber beerdigt wurden. Diese Seuche war wohl der Anlaß erneut dem Pestpatron St. Sebastian an der bisherigen Stelle eine neue Kapelle zu errichten, die von dem Hammergutsbesitzer Geyer aus Lauf gestiftet wurde. Sie diente seiner Familie auch fast ein Jahrhundert als letzte Ruhestätte.