Hohenfelser Burgtheater In der Komödie „Die überfüllte WG“ von Wolfgang Bräutigam lebten der Buchhalter Reinhard Kraus (Tobias Straka), der „etwas lauwarme“ Friseur Werner Theiß (Thomas Niebler) und die Bauzeichnerin Evelyn Wimmer (Katrin Reisinger) in einer bunten Wohngemeinschaft unter einem Dach mit der geschäftstüchtigen Hausmeisterin Olga Sauber (Angelika Straka).

 

Reinhard hatte vor Jahre von seinen Eltern Gerda und Albert Kraus (Claudia und Robert Neumeier) einen sehr großen Geldbetrag zum Kauf einer Eigentumswohnung erhalten. Er hatte ihn stattdessen für eine vielversprechende jedoch erfolglose Behandlung seiner an Krebs erkrankten Freundin Michaela ohne Wissen seiner Eltern ausgegeben. Dummerweise melden sich nun seine Eltern für einen Kurzbesuch an, um endlich die von ihnen finanzierte Wohnung zu sehen.

 

Zu seinem Glück fällt deren Besuch in die Zeit, in der seine Mitbewohner Evelyn auf Urlaubsreise und Werner auf einem Kongress für Modefrisuren unterwegs sind. Deshalb täuscht Reinhard eine dienstliche Fortbildungsveranstaltung vor. Insgeheim planen jedoch Evelyn und Werner, die Wohnung ebenfalls für ihre Zwecke zu nutzen.Anstatt auf den Kongress zu fahren, lädt Werner einen gewissen Alex in „seine“ Wohnung ein, den er über ein Kontaktinserat in der Zeitung kennen gelernt hat. Evelyn hat ein Treffen mit ihrem Freund Alexander Schroll (Michael Neumeier) vereinbart, um endlich ihrer künftigen Schwiegermutter Dorothea, Schroll (Barbara Reisinger), die eine reiche Immonbilienmaklerin ist, vorgestellt zu werden und das natürlich in dem angeblichen „eigenen“ Appartement.

 

Die Hausmeisterin Olga Sauber hat vom Hauseigentümer Peter Schwarz bereits seit langen den Auftrag, die Wohnung zu verkaufen und möchte sie ihrem ehemaligen Schulfreund und feschen Witwer Edgar Hüttinger (Franz Weigert) zukommen lassen. Die Abwesenheit der WG-Mitglieder lädt sie Edgar zum Wochenende in die Wohnung ein, um in Ruhe ihre alte Schulfreundschaft mit ihm auffrischen zu können. Edgar kommt in Begleitung seiner erwachsenen Tochter Alexandara (Diana Niebler), die ihm bei der Recherche nach dem Freund seiner verstorbenen Stieftochter aus erster Ehe behilflich ist.

 

Und dann ist noch Jack Beinbruch (Björn Bußler), ein entflohener Einbrecher, der während seiner Flucht beim Einkauf in einem Geschäft gehört hat, dass die Wohnung angeblich an diesem Wochenende leer steht, und sie als vorübergehenden ideales Versteck vor der ihn suchenden Polizei sieht.

 

Die verschiedenen Nutzungspläne für die Wohnung führen im Laufe des Stücke zwangsläufig zu verzwickten Situationen und allerhand Missverständnissen. Ständig werden Personen miteinander verwechselt und immer wieder treffen die Falschen aufeinander oder verbreiten falsche Informationen. Jeder gibt sich für jemanden aus, der er gr nicht ist, fast jeder meldet Ansprüche auf die Wohnung an und die Anwesenheit von Jack Beinbruch steigert die Spannung in der überfüllten Wohngemeinschaft zusätzlich. Dadurch das Reinhard Evelyn als seine Putzfrau und diese wiederum, um ihren Freund Alexander eifersüchtig zu machen, Reinhard als ihren Freund sowie Edgar seine Tochter als „Spielgefährtin“ ausgeben, läßt ein verworrenes Chaos entstehen. Dorothea Schroll, die Lebensgefährtin Edgars, sieht ihr Liebesglück zusätzlich durch den „schützenden“ Einsatz von Werner zugunsten Edgars heftigst bedroht und das ganze Durcheinander erhöht sich durch Jack Beinbruch, der sich zum einen als den von Werner erwarteten Alexander als auch den namensgleichen Sohn der Dorothea gegenüber Alexandra ausgibt und zum anderen gegenüber der Hausmeisterin Olga einen vermeintlichen Kriminalbeamten vortäuscht, die ihn mit dem tatsächlichen Kriminaler Michael Schroll verwechselt.

 

Es ist verständlich, wenn Edgar die vielen Alexander zu viel werden, wogegen Werner noch einige mehr „sich wünschen würde“. Nachdem die Gefühle zum Ende zweiten Aktes hochkochen, lösen sich die Verwirrungen im letzten Akt langsam bis zum Ende in einem klassischen Showdown, als die turbulente Festnahme des Einbrechers Jack Beinbruch mit wechselnden Erfolgsaussichten schließlich durch den geschickten Einsatz einer Banane durch Dorothea zu einem glücklichen Ende führt.

 

Für das Spiel des Hohenfelser Burgtheaters gab es in allen Vorstellungen von den Zuschauer, die zwischen Zwerchfell massierendem herzhaften Lachen und gelegentlichen Schrecksekunden hin und hergerissen wurden, neben häufigem Szenenbeifall einen riesigen Schlußapplaus.

 

Hinter den Kulissen sorgte Andrea Lutz für die Maske, Simon Lutz und sein Assistent Lukas Fischer waren für die Requisite verantwortlich, Ton- und Lichttechnik managte Manuel Neumeier. Für die Schneiderei war Anna Weber zuständig und als Souffleur fungierte Florian Feuerer. Der Bühnenbau erfolgte durch Robert Neumeier und Erich Münchsmeier und das Bühnenbild wurde von Günther Härtl und Michaela Barnickel entworfen.