In der Stiftungsurkunde vom 17. Sept. 1765 verpflichteten sich die Hammergutsbesitzer-Eheleute Wolfgang Adam und Walburga von Geyer zu Lauf gegenüber dem Bischof von Regensburg, die auf ihre Kosten neuerbaute Kapelle zu Lauf fortwährend in gutem Zustand zu erhalten, ferner Wachs, Opferwein, Paramente und sonst für den Gottesdienst Notwendiges zu liefern und diese Verpflichtungen auch ihren Nachfolgern aufzuerlegen.

 

In der Regel sollte eine Hl. Messe nur an Sonn- und Feiertagen in der Kapelle stattfinden ... Unterzeichnet von Bischof Clemens Wenzislaus zu Freising/Rgbg. Regensburg am 18. Sept. 1765.

 

Am 26. August 1776 erteilte Bischof Anton Ignatius von Regensburg die Kirchweihgenehmigung für die Kapelle, die ein seltenes Bild der Gottesmutter "von dem guten Rat" birgt. Eine Anfrage des protestantischen Pfarramts Regensburg im Jahre 1863 an das Pfarramt Hohenfels wegen Abhaltung protestantischer Gottesdienste in der Kapelle wurde negativ beschieden. 1894 lässt der damalige Besitzer der Kapelle, Peter Höllein mit Unterstützung eines unbekannten Mäzens, größere Instandsetzungsarbeiten durchführen. Ein altes Ölgemälde aus der Kapelle, das angeblich verkauft worden war, wird 1932 wieder zurückgebracht. In den Sechziger Jahren hatten das Bayer. Landesatnt für Denkmalpflege sowie der Besitzer der Kapelle, J. Petzold ihr Augenmerk wieder auf die Kapelle gerichtet, die nach ihrer Innenausstattung beachtlich ist und sogar im Bayer. Denkmälerband II beschrieben und gewürdigt ist. Man nahm zur Kenntnis, dass sich die Kapelle in einem Zustand schlimmster Verwarlosung und fortschreitender Zerstörung befand. Besonders das Dach, die Umfassungsmauer und die Einrichtung hatten durch Feuchtigkeit Schaden genommen.

 

1967 ging man deshalb daran, die erforderlichen Sicherungsarbeiten an diesem alten Bauwerk, das zudem künstlerische Werte aufweist, durchzuführen. Mehrere Votivbilder, deren Farbschichten zum großen Teil abgefallen waren, bleiben wohl für immer verloren; jedoch konnte der Altar, mehrere alte Plastiken und die mit schönem Schnitzwerk versehene Kanzel, von seinem neuzeitlichen Ölfarbanstrich befreit und in seine ursprüngliche Fassung gebracht werden. So ist das Marienkirchlein, das nunmehr in den Besitz der Gemeinde Markstetten übergegangen ist, gerade zum 250jährigen Jubiläum der Hauptkirche zu einem schmucken Gotteshaus geworden, in dem nun wieder nach dem Stifterwillen das Hl. Messopfer gefeiert werden kann. Am 9. Mai 1971 konnte dieses liebliche Kirchlein wiedereröffnet werden. Ein "Tag der offenen Tür" ließ viele Interessenten nach dort kommen, um dieses Kleinod unserer Heimat zu bestaunen. In einer stark besuchten abendlichen Maiandacht wurde nach 16 Jahren erstmals wieder Gottesdienst gefeiert: ein wahrhaft denkwürdiger Tag für die Gemeinde Markstetten, die Ortschaft Lauf und die gesamte Pfarrgemeinde. Mit der Durchführung der Malerarbeiten war die Firma Albert Fromm, Parsberg betraut. Hauptinitiator der Renovierung der Kirche war H. Bürgermeister Johann Koller, Effenricht-Markstetten.